Leistungen aus Kundensicht beschreiben — Fragen statt Fachbegriffe
Wer seine Leistungen so benennt, wie Kunden danach suchen, wird häufiger gefunden und seltener missverstanden.

Ein Suchender tippt selten 'Sanitärinstallation' in ein Suchfeld. Er tippt 'Wasserhahn tropft' oder 'neue Dusche einbauen'. Zwischen dem, was ein Betrieb kann, und dem, was ein Kunde braucht, liegt häufig nur ein Wort — aber dieses Wort entscheidet darüber, ob die beiden zusammenfinden.
Der Leistungskatalog im Firmenprofil auf local-index.de ist der Ort, an dem dieser Übersetzungsschritt stattfindet. Wer ihn aus Sicht der Kunden formuliert, macht es Suchenden leicht, sich wiederzuerkennen. Wer ihn aus Sicht des Betriebs formuliert, spricht vor allem Kollegen an.
Kundenfragen statt Fachbegriffe
Fachsprache ist im Betrieb selbstverständlich und intern wichtig. Nach außen schafft sie Distanz. Eine Kundin, die zum ersten Mal einen Elektriker braucht, weiß nicht, ob ihr Problem unter 'Elektroinstallation', 'Gebäudetechnik' oder 'E-Check' fällt. Sie weiß, dass die Steckdose im Bad nicht mehr funktioniert.
Ein einfacher Test: Lesen Sie jede Leistung laut vor und fragen Sie sich, ob ein Nachbar ohne Vorwissen sofort versteht, was gemeint ist. Falls nicht, formulieren Sie um — oder ergänzen Sie den Fachbegriff um eine Erklärung in Alltagssprache.
Beispiele aus dem Handwerk
- Statt 'Trockenbau' besser 'Wände und Decken aus Gipskarton — für Umbau, Dachausbau und Raumteilung'.
- Statt 'Hydraulischer Abgleich' besser 'Heizung einstellen, damit alle Räume gleichmäßig warm werden'.
- Statt 'Fassadensanierung' besser 'Außenwand ausbessern, dämmen und neu streichen'.
Beispiele aus Praxis und Dienstleistung
- Statt 'Manuelle Therapie' besser 'Behandlung bei Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen'.
- Statt 'Balayage' besser 'Natürlich wirkende Strähnen mit weichem Farbverlauf'.
- Statt 'Bilanzierung' besser 'Jahresabschluss für GmbH und Einzelunternehmen'.
Der Fachbegriff darf stehen bleiben, wenn er in Ihrer Branche gängig ist und Kunden ihn selbst verwenden. Entscheidend ist, dass daneben steht, was er für den Kunden bedeutet.
Konkret statt allgemein
'Alles rund ums Haus' oder 'Individuelle Lösungen für Ihre Bedürfnisse' sagen nichts aus. Solche Formulierungen entstehen aus dem verständlichen Wunsch, niemanden auszuschließen — sie schließen jedoch faktisch alle aus, weil sich niemand darin wiederfindet.
Konkrete Bezeichnungen wirken auf den ersten Blick enger, sind in Wirklichkeit aber einladender. 'Terrassenüberdachung aus Holz und Glas' lässt den Suchenden mit dem Terrassenwunsch aufhorchen. 'Individuelle Holzbauprojekte' tut das nicht.
Ein Richtwert: Wenn Sie eine Leistung nicht in einem Satz so beschreiben können, dass ein Kunde weiß, ob sie für ihn infrage kommt, ist sie zu allgemein gefasst und sollte in mehrere konkrete Einträge aufgeteilt werden.
«Schreiben Sie jede Leistung so auf, wie ein Kunde sie am Telefon beschreiben würde — nicht so, wie sie auf Ihrer Rechnung steht.»

Reihenfolge nach Nachfrage
Der Katalog wird von oben nach unten gelesen, und die ersten Einträge bekommen die meiste Aufmerksamkeit. Es liegt nahe, die Liste nach dem zu ordnen, was der Betrieb am liebsten macht oder was den höchsten Umsatz bringt. Sinnvoller ist die Reihenfolge nach dem, was Kunden am häufigsten anfragen.
Ein Fliesenleger, der zu drei Vierteln Badezimmer renoviert und nur gelegentlich Terrassen anlegt, stellt das Bad nach oben — auch wenn die Terrasse das spannendere Projekt war. Eine Zahnarztpraxis, die überwiegend Vorsorge und Füllungen macht, setzt Implantate nicht an die erste Stelle.
Wer unsicher ist, wonach am meisten gefragt wird, schaut in die Auftragsbücher oder E-Mails der letzten Monate. Die Reihenfolge lässt sich jederzeit anpassen.
Was in den Katalog gehört und was nicht
Der Leistungskatalog ist eine Liste von Dingen, die Kunden bei Ihnen beauftragen können. Alles andere hat dort nichts verloren — und gehört stattdessen in einen der anderen Profilbereiche.
In den Leistungskatalog
- Einzelne Leistungen, die für sich beauftragbar sind.
- Typische Paket- oder Kombinationsangebote, sofern Kunden sie tatsächlich so nachfragen.
- Notdienst oder Sonderleistungen, falls angeboten.
In 'Über uns'
- Geschichte des Betriebs, Gründungsjahr, Familientradition.
- Arbeitsweise, Werte, Qualifikationen, Mitgliedschaften.
- Was Sie von anderen unterscheidet.
In andere Bereiche
- Konkrete Fragen wie 'Kommen Sie auch am Wochenende?' gehören in den FAQ-Bereich.
- Personen und ihre Rollen ins Team.
- Regionen, in denen Sie tätig sind, ins Einzugsgebiet.
Wer diese Trennung einhält, bekommt einen Leistungskatalog, den man überfliegen kann, und einen 'Über uns'-Text, der nicht wie eine Preisliste klingt.
Fazit
Ein guter Leistungskatalog ist kein Verzeichnis dessen, was Sie gelernt haben, sondern eine Antwort auf das, was Kunden suchen.
- Lesen Sie jeden Eintrag laut und prüfen Sie, ob ein Laie ihn versteht.
- Ersetzen Sie allgemeine Formulierungen durch konkrete, beauftragbare Leistungen.
- Ordnen Sie die Liste nach der tatsächlichen Nachfrage, nicht nach Vorliebe oder Umsatz.
- Verschieben Sie Geschichte, Werte und Qualifikationen in den Bereich 'Über uns'.
- Bitten Sie eine fachfremde Person, den Katalog zu lesen, und notieren Sie, wo sie stutzt.
Fünf verständliche Einträge bringen mehr Anfragen als zwanzig, die nur Kollegen entschlüsseln können.


