Eintragspflege als Routine: 15 Minuten pro Monat reichen
Mit einem festen Termin und einer kurzen Checkliste bleibt das Firmenprofil aktuell, ohne dass es zur Last wird.

Das Firmenprofil wird meist in einem Anlauf angelegt: ein Nachmittag, alle Bereiche ausgefüllt, Fotos hochgeladen, fertig. Danach passiert lange nichts. Monate später stimmt die Öffnungszeit am Samstag nicht mehr, eine Mitarbeiterin ist gegangen, die neue Leistung fehlt, und drei Bewertungen warten seit Wochen auf eine Antwort. Nicht, weil es niemanden interessiert — sondern weil es keinen Zeitpunkt gab, an dem jemand hätte nachsehen sollen.
Die Lösung ist unspektakulär: ein fester Termin, eine kurze Liste, eine verantwortliche Person. Eine Viertelstunde im Monat reicht, um das Profil dauerhaft auf dem Stand zu halten, den Kunden erwarten. Dieser Beitrag zeigt, wie diese Routine aussehen kann.
Der feste Termin
Der wichtigste Schritt ist der Termin selbst. Tragen Sie ihn in den Kalender ein — am besten immer am selben Tag, etwa am ersten Montag im Monat, gleich nach dem Kassenabschluss oder vor der Teambesprechung. Ein Termin, der an eine bestehende Gewohnheit anknüpft, wird deutlich seltener verschoben.
Legen Sie die Dauer bewusst auf fünfzehn Minuten fest. Das klingt knapp, ist aber realistisch, wenn das Profil einmal sauber angelegt ist: Die meisten Bereiche brauchen im Monat nur einen prüfenden Blick. Und wenn in einem Monat mehr anliegt — etwa nach einem Umbau oder mit vielen neuen Bewertungen —, dann darf es länger dauern. Entscheidend ist, dass der Termin überhaupt stattfindet.
Die Monatscheckliste
Das Profil auf local-index.de besteht aus fünfzehn Bereichen. Gehen Sie sie in einer festen Reihenfolge durch und stellen Sie bei jedem dieselbe Frage: Hat sich seit dem letzten Mal etwas geändert?
- Stammdaten: Name, Adresse, Rechtsform — stimmt alles noch?
- Kontaktdaten: Sind alle Telefonnummern und E-Mail-Adressen erreichbar? Gibt es eine neue Durchwahl?
- Über uns: Enthält der Text noch die richtigen Schwerpunkte und Zahlen (Mitarbeiter, Gründungsjahr)?
- Öffnungszeiten: Gibt es Abweichungen im kommenden Monat — Feiertage, Betriebsurlaub, Sonderöffnung?
- Leistungen: Ist etwas hinzugekommen oder weggefallen? Sind Preise noch aktuell?
- Branche: Passt sie weiterhin zu dem, wofür Sie heute angefragt werden?
- Zahlungsarten: Neues Kartenlesegerät, neue Option, etwas abgeschafft?
- Barrierefreiheit: Hat sich am Zugang oder an den Parkplätzen etwas verändert?
- Einzugsgebiet: Fahren Sie inzwischen weiter — oder nicht mehr so weit?
- Stellenanzeigen: Sind alle Stellen noch offen? Läuft eine Anzeige demnächst ab?
- Team: Ist jemand neu, jemand gegangen, hat jemand eine neue Rolle?
- FAQ: Gab es im letzten Monat eine Frage, die mehrfach am Telefon kam?
- Social Media: Führen alle Links noch auf aktive Profile?
- Videos: Sind die verlinkten Videos noch online und noch aktuell?
- Fotos, Logo und Titelbild: Zeigen sie noch den Betrieb, wie er heute aussieht?
Dazu kommt als sechzehnter Punkt der Bewertungs-Posteingang: Sind alle neuen Bewertungen — eigene, Google, Trustpilot — beantwortet?
In den meisten Monaten lautet die Antwort bei zwölf von fünfzehn Punkten 'nichts geändert'. Das ist gut so. Die Liste dient nicht dazu, jeden Monat alles zu überarbeiten, sondern dazu, die drei Punkte zu finden, bei denen etwas anliegt.
«Ein Profil wird nicht durch große Überarbeitungen aktuell, sondern durch viele kleine Blicke zur richtigen Zeit.»

Anlässe zwischen den Terminen
Der Monatstermin fängt das meiste ab. Manche Änderungen sollten aber nicht bis zum nächsten Termin warten, weil Kunden sie sofort bemerken. Legen Sie deshalb fest, welche Ereignisse eine sofortige Pflege auslösen:
- Neue Leistung: Sobald Sie sie anbieten, gehört sie in den Katalog — sonst suchen Kunden sie bei anderen.
- Neuer Mitarbeiter: Ein Foto und die Rolle im Team-Bereich, gern am ersten Arbeitstag.
- Abgang: Die Person aus dem Team nehmen, bevor Kunden nach ihr fragen.
- Preisänderung: Die Leistungen aktualisieren, bevor der erste Kunde die alte Zahl zitiert.
- Geänderte Öffnungszeiten: Sofort, auch bei einmaligen Abweichungen.
- Umzug oder neue Nummer: Am Tag der Umstellung, nicht danach.
Bewertungen beantworten Sie am besten nicht nur monatlich. Wer innerhalb weniger Tage reagiert, zeigt Interesse — und bei kritischen Bewertungen ist eine schnelle, sachliche Antwort deutlich wirksamer als eine späte. Eine kurze Prüfung des Posteingangs einmal pro Woche hat sich bewährt; die ausführliche Durchsicht bleibt Teil des Monatstermins.
Verantwortliche benennen
Eine Routine, für die niemand zuständig ist, findet nicht statt. Benennen Sie deshalb eine Person, die den Monatstermin verantwortet — und eine Vertretung für Urlaub und Krankheit. Das muss nicht die Geschäftsführung sein. Oft eignet sich die Person, die ohnehin am Empfang sitzt, die Anfragen bearbeitet oder die sozialen Kanäle betreut, weil sie von Änderungen als Erste erfährt.
Wichtig ist, dass diese Person auch die Informationen bekommt. Wer eine neue Leistung einführt oder einen Mitarbeiter einstellt, sollte wissen, dass er das an die zuständige Kollegin weitergibt. Ein Satz in der Teambesprechung genügt: 'Alles, was Kunden sehen sollen, geht an Frau X für das Profil.'
Halten Sie die Checkliste dort fest, wo sie gebraucht wird — als Ausdruck neben dem Rechner oder als wiederkehrende Aufgabe im Kalender. Und notieren Sie nach jedem Termin in einem Satz, was geändert wurde. Diese kurze Spur hilft der Vertretung und zeigt nach einem Jahr, wie viel sich im Betrieb tatsächlich bewegt hat.
Fazit
Eintragspflege ist keine große Aufgabe, sondern eine kleine, die regelmäßig stattfinden muss. So richten Sie die Routine ein:
- Einen festen Termin im Monat in den Kalender eintragen, fünfzehn Minuten, angebunden an eine bestehende Gewohnheit.
- Die Checkliste über alle fünfzehn Bereiche plus Bewertungs-Posteingang ausdrucken oder als Aufgabe hinterlegen.
- Sofort-Anlässe festlegen: neue Leistung, neuer Mitarbeiter, Preisänderung, Öffnungszeiten, Umzug.
- Bewertungen wöchentlich sichten und zeitnah beantworten.
- Eine verantwortliche Person und eine Vertretung benennen und dafür sorgen, dass Änderungen bei ihr ankommen.
Wer das ein halbes Jahr durchhält, wird feststellen, dass das Profil nicht mehr veraltet — und dass die Viertelstunde im Monat zu den am besten investierten Minuten des Betriebs gehört.


