Einzugsgebiet: klar zeigen, wo Sie tatsächlich arbeiten

Ein ehrliches Einzugsgebiet zeigt Interessenten auf einen Blick, ob Sie zu ihnen kommen — und erspart Absagen wegen langer Anfahrt.

local-index.de Redaktion5 Min. Lesezeit
Landkarte einer Region mit einem Zirkel, der einen Kreis um eine Kleinstadt zieht

Ein Gerüstbauer aus dem Landkreis arbeitet in fünf Nachbarorten, aber selten in der Kreisstadt, weil dort drei größere Wettbewerber sitzen. Eine mobile Fußpflegerin fährt bis zu 20 Kilometer, aber nicht über den Fluss, weil die Brücke einen Umweg von einer halben Stunde bedeutet. Solche Grenzen kennt jeder Betrieb aus dem Alltag — nur das Firmenprofil kennt sie in der Regel nicht.

Das Einzugsgebiet auf local-index.de ist der Bereich, in dem Sie diese Grenzen sichtbar machen. Es erscheint auf Ihrem Profil als Karte mit den Orten und dem Umkreis, in dem Sie tätig werden, und wird Suchmaschinen als Einsatzgebiet mitgeteilt. Wer diesen Bereich pflegt, beantwortet die Frage 'Kommen Sie auch zu mir?', bevor sie gestellt wird. Wer ihn leer lässt oder übertreibt, bekommt entweder keine Anfrage oder die falschen.

Orte mit Umkreis statt einer Adresse

Das Einzugsgebiet besteht aus einer Liste von Orten, jeweils mit einem Umkreis in Kilometern. Sie können also einen Ort mit einem großen Radius eintragen, mehrere Orte mit kleinen Radien, oder eine Mischung — je nachdem, wie Ihr Arbeitsgebiet tatsächlich aussieht.

Ein Beispiel: Ein Reinigungsbetrieb aus Fulda betreut Firmenkunden in der Stadt selbst, dazu Objekte in Bad Hersfeld und Schlüchtern. Sinnvoll wäre dann Fulda mit 15 Kilometern, Bad Hersfeld mit 10 Kilometern und Schlüchtern mit 10 Kilometern. Damit ist die Region abgedeckt, in der der Betrieb ohnehin unterwegs ist — nicht mehr und nicht weniger.

Unterschied zum Standort

Der Standort ist die Adresse aus den Stammdaten: der Ort, an dem Ihr Betrieb sitzt und an dem Kunden Sie besuchen können. Das Einzugsgebiet ist der Bereich, in dem Sie tätig werden. Für ein Ladengeschäft können beide identisch sein. Für einen Handwerker, der ausschließlich beim Kunden arbeitet, unterscheiden sie sich häufig deutlich.

Beides hat seinen Platz. Der Standort bestimmt, wo Sie auf der Karte und in der Umkreissuche erscheinen. Das Einzugsgebiet zeigt auf dem Profil, wie weit Ihr Arbeitsgebiet darüber hinausreicht — damit jemand aus dem Nachbarort, der Ihr Profil öffnet, sofort sieht, dass Sie auch zu ihm kommen.

Betriebe ohne Ladengeschäft

Für viele Betriebe ist das Einzugsgebiet wichtiger als der Standort: mobile Dienstleister, Handwerker mit reinem Bürositz, Pflegedienste, Fahrschulen mit mehreren Ausbildungsorten, Gebäudereiniger, Hausmeisterdienste. Bei ihnen kommt kein Kunde je vorbei — die Arbeit findet immer dort statt, wo der Kunde ist.

Wer als solcher Betrieb nur die Adresse aus den Stammdaten pflegt, lässt Interessenten raten, ob er auch zu ihnen kommt. Sitzt das Büro im Gewerbegebiet am Ortsrand oder gar im Wohnhaus in einem kleinen Dorf, wirkt der Betrieb auf den ersten Blick weit weg. Das Einzugsgebiet räumt dieses Missverständnis aus: Es zeigt auf dem Profil, in welchen Orten Sie tätig sind.

Praktische Hinweise

  • Tragen Sie die Orte ein, in denen Sie in den letzten zwölf Monaten tatsächlich gearbeitet haben.
  • Wählen Sie den Umkreis so, dass die Anfahrt für Sie wirtschaftlich bleibt.
  • Berücksichtigen Sie natürliche Grenzen — Flüsse, Autobahnen ohne Auffahrt, Landkreisgrenzen mit anderen Zuständigkeiten.
  • Wenn Sie in einer Großstadt nur bestimmte Bezirke bedienen, tragen Sie diese ein statt der ganzen Stadt.
«Tragen Sie die Orte ein, zu denen Sie ohne Zögern eine Anfahrt zusagen würden — und lassen Sie die weg, bei denen Sie erst nachrechnen müssten.»
— Faustregel der Redaktion
Karte mit einem Firmenstandort und drei umliegenden Orten, um die jeweils ein Umkreis eingezeichnet ist
Orte mit Umkreis bilden das reale Arbeitsgebiet ab — nicht nur die Adresse.

Ehrliche Reichweite statt ganz Deutschland

Die Versuchung, das Einzugsgebiet möglichst groß zu fassen, ist verständlich. Mehr Fläche, mehr Sichtbarkeit, mehr Anfragen — so die Rechnung. Sie geht in der Praxis selten auf.

Ein Elektriker, der um seinen Ort einen Umkreis von hundert Kilometern zieht, aber nur im Landkreis arbeitet, bekommt Anfragen aus Orten, in die er nie fahren würde. Die muss er absagen — jede einzelne kostet ihn Zeit für die Absage und den Anrufer Zeit für die vergebliche Kontaktaufnahme. Wer mehrmals hintereinander absagen muss, hinterlässt bei Suchenden den Eindruck eines Betriebs, der nicht weiß, was er will.

Hinzu kommt: Ein übergroßes Gebiet weckt Erwartungen, die ein entfernter Betrieb selten erfüllt. Gegen einen ansässigen Wettbewerber mit kurzer Anfahrt und lokalen Bewertungen kann er in der Regel nicht bestehen. Die großzügige Angabe bringt also Anrufe, aber kaum Aufträge.

Es gibt Ausnahmen — etwa Spezialisten, die bundesweit angefragt werden, weil es nur wenige von ihnen gibt. Für den weitaus größten Teil der Betriebe gilt jedoch: Das Einzugsgebiet sollte so groß sein wie die Region, in der Sie einem Kunden am Telefon ohne Umschweife einen Termin zusagen würden.

Wirkung auf dem Profil und in Suchmaschinen

Auf dem Firmenprofil erscheint das Einzugsgebiet als Karte mit Ihren Orten und Umkreisen. Wer Ihr Profil öffnet, erkennt ohne Nachfrage, ob seine Adresse darin liegt. Zusätzlich weisen die strukturierten Daten der Seite es als Einsatzgebiet aus, und diese Daten können Suchmaschinen auslesen.

Wichtig zu wissen: Für die Umkreissuche und die Stadtseiten auf local-index.de zählt die Adresse aus den Stammdaten, nicht das Einzugsgebiet. Es ersetzt also keinen Standort, sondern ergänzt ihn um die Information, die Kunden sonst am häufigsten am Telefon erfragen. Für Betriebe ohne Ladengeschäft ist das besonders wertvoll, denn dort ist die Frage nach der Anfahrt meist die erste. Umgekehrt weckt ein zu groß gefasstes Gebiet Hoffnungen, die am Telefon enttäuscht werden.

Fazit

Das Einzugsgebiet ist die Landkarte Ihres Alltags. Je genauer sie stimmt, desto besser passen die Anfragen, die daraus entstehen.

  • Listen Sie die Orte auf, in denen Sie regelmäßig arbeiten, und tragen Sie diese mit einem realistischen Umkreis ein.
  • Prüfen Sie, ob Ihr Standort allein die Kundschaft abbildet — bei mobilen Betrieben ist das selten der Fall.
  • Streichen Sie Orte, für die Sie Anfragen ohnehin absagen würden.
  • Gleichen Sie das Gebiet einmal im Jahr mit der tatsächlichen Auftragsverteilung ab.
  • Achten Sie darauf, dass Angaben zum Arbeitsgebiet auf Ihrer Website und in anderen Verzeichnissen dieselbe Region beschreiben.

Wer klar zeigt, wo er ohnehin unterwegs ist, bekommt Anfragen, die er auch annehmen kann.